Können sich Mitarbeiter durch gute Bürobeleuchtung wohlfühlen?

Planungsfaktor Licht: richtige Beleuchtung von Büroräumen und Arbeitsstätten

Licht ist ein elementares Lebensbedürfnis und beeinflusst nachhaltig unser Wohlbefinden, es macht unsere Umgebung erlebbar und kann die Stimmung eines Raumes nachhaltig verändern. Um optimale und abgestimmte Beleuchtungslösungen zu finden, müssen Wechselwirkungen zwischen Beleuchtung und Arbeitsaufgaben, Arbeitsabläufen, Soft- und Hardware, Möblierung, Arbeitsplatzanordnung, Raum sowie Gebäudegestaltung beachtet werden. Um den vielfältigen Anforderungen, die an eine ergonomisch und lichttechnisch einwandfreie Beleuchtungsanlage gestellt werden, gerecht zu werden, ist eine sachkundige Planung erforderlich. Die Beleuchtung kann nicht losgelöst von anderen, die Bildschirm- und Büroarbeitsplätze beeinflussenden Faktoren betrachtet werden.

Die Bedeutung von guter Bürobeleuchtung

Menschen haben je nach Alter, Art ihrer Tätigkeit und individuellen Anforderungen unterschiedliche Lichtbedürfnisse, Beschwerden wie Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen sowie Überanstrengung der Augen lassen sich oft auf schlechte oder nicht ideale Beleuchtung zurückführen. Moderne Leuchten, die die individuelle Anpassung der Lichtverhältnisse ermöglichen, reduzieren das Risiko von gesundheitlichen Beschwerden, verbessert die Sicherheit, erhöht die Produktivität und tragen vor Allem zu angenehmen, flexiblen und anregenden Arbeitsumfeld bei.

Bildquelle: Ecophon, Hans Georg Esch

DIN EN 12464-1 Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten - Teil 1

Einführungsbeitrag: ( Quelle - Normenausschusses Lichttechnik )

Eine geeignete und angemessene Beleuchtung ermöglicht es Menschen, Sehaufgaben effektiv und genau durchzuführen. Die bei einem Großteil der Arbeitsstätten geforderte Güte der Sehverhältnisse und des Sehkomforts wird bestimmt durch die Art und die Dauer der Tätigkeit. Dieses Dokument legt Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen fest, die den Erfordernissen für Sehkomfort und Sehleistung für Menschen mit normalem Sehvermögen gerecht werden. Alle üblichen Sehaufgaben, einschließlich derjenigen am Bildschirm, werden berücksichtigt. Dieses Dokument legt für die meisten Arbeitsstätten in Innenräumen und deren zugehörigen Flächen die Anforderungen an Beleuchtungslösungen hinsichtlich Quantität und Qualität der Beleuchtung fest. Zusätzlich werden Empfehlungen für die Umsetzung guter Beleuchtung gegeben. Dieses Dokument legt keine Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten fest im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit und wurde nicht im Anwendungsbereich von Artikel 153 der Europäischen Verträge erarbeitet, obwohl die lichttechnischen Anforderungen, die in dieser Europäischen Norm festgelegt sind, üblicherweise auch Anforderungen im Hinblick auf Sicherheit erfüllen. Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit können in Richtlinien enthalten sein, die auf Artikel 153 der Europäischen Verträge basieren, in der nationalen Rechtsetzung der Mitgliedstaaten in Umsetzung dieser Direktiven oder in anderer nationaler Rechtsetzung der Mitgliedstaaten. Dieses Dokument legt weder bestimmte Lösungen fest, noch schränkt sie die Freiheit der Planer ein, neue Techniken zu erkunden, und schränkt auch nicht den Gebrauch innovativer Beleuchtungsanlagen ein. Die Beleuchtung kann durch Tageslicht, künstliches Licht oder eine Kombination von beiden erfolgen. Dieses Dokument ist nicht anwendbar für die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Freien und im Untertage-Bergbau oder für Notbeleuchtung. Für Arbeitsstätten im Außenbereich siehe EN 12464-2 und für Notbeleuchtung siehe EN 1838 und EN 13032-3. Für dieses Dokument ist das Gremium NA 058-00-04 AA "Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht" im DIN zuständig.

Licht ABC

Abschirmwinkel

Der Abschirmwinkel einer Leuchte ist nach DIN EN 12665 (in Anlehnung an das Internationale Wörterbuch der Lichttechnik) der Winkel zwischen der nach unten gerichteten Vertikalen und der Richtung, aus der die Lampen und die Flächen hoher Leuchtdichte gerade nicht sichtbar sind. DIN EN 12464-1 "Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen" definiert als Abschirmwinkel den entsprechenden Winkel mit Bezug auf die horizontale Ebene. Wird der richtige Abschirmwinkel nicht berücksichtigt, besteht bei direkt strahlenden Leuchten die Gefahr von Direktblendung durch zu hohe Leuchtdichten.

Allgemeinbeleuchtung

Die Allgemeinbeleuchtung (für Wohnräume manchmal auch: Grundbeleuchtung) ist die einheitliche und gleichmäßige Beleuchtung eines Raumes. Sie gibt Übersicht und ermöglicht Orientierung. Spezielle Sehaufgaben an einzelnen Plätzen oder in Raumzonen werden nicht berücksichtigt.
Die Allgemeinbeleuchtung stellt sicher, dass die Architektur, die Objekte und die Menschen im Raum sichtbar sind. Ergänzend können einzelne Plätze beleuchtet werden (siehe auch: Akzentbeleuchtung, raumbezogene Beleuchtung).

Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung

Die arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung bezieht sich auf einzelne Arbeitsbereiche und deren unmittelbarer Umgebung. Nach DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ ist sie die Alternative zur raumbezogenen Beleuchtung.
Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung empfiehlt sich vor allem, wenn die Arbeitsplätze in einem Raum unterschiedliche Seh- und Beleuchtungsanforderungen haben. Eine stationäre arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung setzt voraus, dass die Positionen der Arbeitsplätze und Arbeitsbereiche vor der Installation genau bekannt sind. Siehe zu diesem Thema auch: teilflächenbezogene Beleuchtung, Bereich der Sehaufgabe.

Arbeitsplatzbeleuchtung oder Einzelplatzbeleuchtung

Die Arbeitsplatzbeleuchtung oder Einzelplatzbeleuchtung stellt für einzelne Plätze im Raum Licht zur Verfügung, das auf spezielle Sehaufgaben abgestimmt ist. In der Regel ergänzt die Arbeitsplatzbeleuchtung die Allgemeinbeleuchtung.
Eine spezielle Arbeitsplatzbeleuchtung ist zu empfehlen, wenn besondere Anforderungen an die Beleuchtung einzelner Arbeitsplätze gestellt werden, zum Beispiel erhöhte Beleuchtungsstärken, eine bestimmte Lichteinfallsrichtung oder eine spezielle Leuchtdichte. Siehe zum Thema auch: Arbeitsplatzleuchten, teilflächenbezogene Beleuchtung.

Beleuchtungsstärke

Die Beleuchtungsstärke (Kurzzeichen: E) gibt in der Maßeinheit Lux (lx) den Lichtstrom (gemessen in Lumen: lm) an, der von einer Lichtquelle auf eine bestimmte Fläche trifft: Sie beträgt ein Lux, wenn der Lichtstrom von einem Lumen einen Quadratmeter Fläche gleichmäßig ausleuchtet.

Direkt/Indirekte Beleuchtung

Die Mischung von direkter und indirekter Beleuchtung wird häufig als angenehm empfunden. Dafür können Leuchten mit ausschließlich direktem und mit ausschließlich indirektem Lichtaustritt zusammen in einem Raum eingesetzt werden. Zahlreiche Leuchten kombinieren direktes und indirektes Licht in einer, zum Beispiel abgependelte Deckenleuchten und Stehleuchten. In der Regel wirkt der überwiegende Anteil des Lichts einer Leuchte indirekt: Er wird an Decke oder Wände gelenkt. Ein zusätzlicher Lichtaustritt nach unten sorgt für direktes Licht.

Falschfarbendarstellung

Die Falschfarbendarstellung in einer Lichtberechnung wird angewendet, um die verschiedenen Beleuchtungsstärken auf den jeweiligen Möbeln und Flächen zu verdeutlichen. Durch die Darstellung der Szene mit plakativen Farben erkennt man differenziert die feinen Nuancen der Beleuchtung auf Mobiliar, Waren sowie Warenträger und Wänden.

Farbtemperatur

Die Farbtemperatur einer Lichtquelle ist die Temperatur, die ein schwarzer Körper haben müsste, damit dessen Licht denselben Farbeindruck erweckt wie die tatsächliche Lichtquelle.Die Farbtemperatur wird in der Einheit Kelvin (K) angegeben. Hierbei unterscheidet man zwischen warmweiß (ww, <3300 K), neutralweiß (nw, 3300–5000 K) und tageslichtweiß (tw, >5000 K).

Farbwiedergabe

Die Farbwiedergabeeigenschaften einer Lampe werden durch den allgemeinen Ra-Wert beschrieben. Hierbei wird die Farbwiedergabe des Leuchtmittels verglichen mit dem Farbeindruck, der durch die Beleuchtung mit einer Glühlampe derselben Farbtemperatur    erzeugt wird. Dabei kann man davon ausgehen, dass bei Lampen mit einem Ra > 90 eine optimale Farbwiedergabe gegeben ist.

Leistungsaufnahme

Die Leistungsaufnahme beschreibt in der Lichttechnik die von einem Vorschaltgerät oder einer Lampe aufgenommene elektrische Leistung in der Einheit Watt (W).

Leuchtdichte

Die Leuchtdichte (Kurzzeichen: L) ist das Maß für den Helligkeitseindruck, den das Auge von einer leuchtenden oder beleuchteten Fläche hat. Gemessen wird die Leuchtdichte in Candela pro Flächeneinheit (cd/m2), bei Lampen meist in cd/cm2.

Lux

Lux ist die SI-Einheit für die Beleuchtungsstärke, das Einheitenzeichen ist „lx“. Ein Lux ist gleich der Lichtstrom von einem Lumen auf einem Quadratmeter Fläche: 1 lx = 1lm / m².

Lumen

Lumen ist die SI-Einheit des Lichtstroms. Ein Lumen ist der Lichtstrom, der innerhalb eines Einheitswinkels von 1 Steradiant von einer punktförmigen Lichtquelle ausgeht, die eine gleichmäßige Lichtstärke von einem Candela besitzt. Ein Steradiant ist der normierte Einheitswinkel in drei Dimensionen.

Reflektor

Glänzende und hochglänzende Reflektoren in Leuchten und Reflektorlampen dienen der Lichtlenkung. Je nach Bauart des Reflektors entstehen unterschiedliche Lichtstärkeverteilungen und Ausstrahlungswinkel.

Reflexionsgrad

Der Reflexionsgrad besagt, wie viel Prozent des auf eine Fläche fallenden Lichtstroms reflektiert werden. Helle Flächen haben einen hohen, dunkle Flächen einen niedrigen Reflexionsgrad: Weiße Wände reflektieren bis zu 85 Prozent des Lichts, eine helle Holzverkleidung noch bis zu 35 Prozent, rote Ziegelsteine dagegen nur bis zu 15 Prozent. Fazit: Je dunkler ein Raum ausgestattet ist, umso mehr Licht wird benötigt, um die gleiche Beleuchtungsstärke auf der Nutzebene zu erreichen.

Vorschaltgerät

Für den Betrieb von Entladungslampen – zum Beispiel Leuchtstofflampen – sind Vorschaltgeräte (VGs) erforderlich. Denn nach der Zündung dieser Lampen erfolgt eine lawinenartige Ionisierung der enthaltenen Edelgase oder Metalldämpfe, die zu einem starken Anstieg des Lampenstroms führt. Er würde die Lampe nach kurzer Zeit zerstören. Daher begrenzt ein VG den Lampenstrom, auch im Betrieb.
Zu unterscheiden sind konventionelle (KVGs) und verlustarme (VVGs) Vorschaltgeräte sowie elektronische (EVGs) Vorschaltgeräte. EVG für Leuchtstofflampen gibt es in dimmbarer und nicht dimmbarer Ausführung. Bei Energiesparlampen sind VG im Schraubsockel integriert, ansonsten sind sie Bestandteil der Leuchte.
Für Vorschaltgeräte gilt der Energie-Effizienz-Index (EEI), der die Energieverschwender KVG seit 2002 (EEI-Klasse D) und 2005 (Klasse C) als unzulässig einstuft.